Die Sommermonate gelten traditionell als Hauptreisezeit und doch bleibt in vielen Unterkünften trotz „Hochsaison“ überraschend viel Potenzial ungenutzt. Wer sich allein auf die Lage oder die allgemeine Nachfrage verlässt, riskiert Buchungslücken an den Rändern des Kalenders und verpasst Einnahmen, die den Jahresumsatz spürbar anheben könnten.
Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Belegungsrate steigern und selbst im vollsten Reisemonat noch Buchungen gewinnen können – ohne Dumping-Preise, aber mit einer klaren Strategie für Airbnb- und Ferienwohnungsvermieter.
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Mehr Angebote, mehr Konkurrenz: Warum die Belegungsrate in der Hochsaison kein Selbstläufer mehr ist
Der Ferienwohnungsmarkt in der DACH-Region wächst und damit auch der Wettbewerbsdruck. Laut einer Analyse von PriceLabs, ist die Anzahl der Inserate auf dem DACH-Markt im letzten Jahr um 22% gestiegen. Auch die gebuchten Nächte verzeichneten einen Anstieg von 11% im Vergleich zum Jahr 2023.
Für Gastgeber bedeutet das: Mehr Angebote im gleichen Zeitraum.
Wichtig hervorzuheben ist, dass 63% aller Inserate aus dem Long-Tail Segment stammen, also privaten Gastgebern mit maximal 1-2 Ferienunterkünften. Diese Vielzahl kleiner Anbieter führt dazu, dass die Gästeauswahl größer wird und Ihre Unterkunft im Wettbewerb noch gezielter überzeugen muss, um gebucht zu werden.
Gerade in der Hochsaison, wenn zwar viel gebucht wird, aber auch die Konkurrenz am größten ist, reicht es nicht mehr, einfach „nur dabei“ zu sein. Wer eine hohe Belegungsrate erzielen will, muss aktiv steuern: über den Preis, über Sichtbarkeit, über Bewertungen – und nicht zuletzt über emotionale oder praktische Alleinstellungsmerkmale.
Die Hochsaison ist keine Garantie für volle Auslastung mehr. Wer sich auf „von selbst läuft schon“ verlässt, bleibt schnell hinter dem Markt zurück. Umso wichtiger ist es, die wichtigsten KPIs wie Belegungsrate, ADR und RevPAR im Blick zu behalten – und gezielt an den Stellschrauben zu drehen, die Sie von der Masse abheben.

Warum diese 3 KPIs in der Hochsaison entscheidend sind
In der Hochsaison geht es nicht nur darum, möglichst viele Nächte zu vermieten, sondern zum besten Preis und mit maximalen Ertrag. Wenn Sie den Erfolg ihres Ferienwohnungsbusiness wirklich verstehen und gezielt optimieren möchten, reicht ein Blick auf den Buchungskalender allein nicht aus. Anhand dieser wichtigen KPIs können Sie insbesondere in der Hauptsaison kleine Anpassungen auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten vornehmen.
ADR (Average Daily Rate:Durchschnittlicher Tagespreis)
Die ADR zeigt Ihnen, wie viel Sie im Schnitt pro Nacht verdienen und wird wie folgt berechnet:
Formel: ADR = Gesamtumsatz/Anzahl der gebuchten Nächte
Beispiel: Wenn Sie im Juli Ihre Unterkunft für nur 5 Tage vermieten und für die ersten drei Nächte 500 Euro und für die letzten zwei Nächte 540 Euro berechnen ergibt sich hier ein Gesamtpreis von 2.580 Euro:
ADR = 2.580 Euro / 5 = 516 Euro
Ihr durchschnittlicher Tagespreis beträgt demnach 516 Euro.
Belegungsrate
Eine hohe Belegungsrate oder auch Auslastung, ist das Ziel jedes Ferienwohnungsbusiness. Mit dieser KPI können Sie berechnen, wie gut Ihre Unterkunft gebucht ist, also wie viele Nächte im Verhältnis zur Gesamtverfügbarkeit tatsächlich belegt wurden.
Formel: Belegungsrate = Anzahl der gebuchten Nächte/Anzahl der verfügbaren Nächte x 100
Beispiel: Ihre Ferienunterkunft ist im August an 20 von 31 Tagen belegt:
Belegungsrate: 20 Nächte / 31 Nächte x 100= 64,5%
Ihre Belegungsrate beträgt im August 64,5%.

RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer)
Die KPI RevPAR steht für Umsatz pro verfügbarem Tag oder Zimmer in einer Ferienunterkunft. Sie zeigt Ihnen, wie viel Umsatz Sie pro Tag machen könnten, unabhängig davon, ob gebucht wurde oder nicht und wie effizient Sie Ihr Ferienwohnungsbusiness betreiben, also wie gut Sie die verfügbaren Tage zu guten Preisen verkaufen.
Formel: RevPAR = Durchschnittlicher Tagespreis x Auslastung in %
Beispiel: Ihre Ferienwohnung ist im Juli 30 Tage verfügbar. Sie erzielen insgesamt 2.400 Euro Umsatz aus 20 gebuchten Nächten. Ihre ADR beträgt 120 Euro und die Belegungsrate beläuft sich auf 70%:
RevPAR: 120 Euro x 70% = 84 Euro
Das bedeutet, Sie haben im Schnitt 84 Euro pro verfügbaren Tag erwirtschaftet.
Nur wer alle diese drei Kennzahlen im Blick hat, erkennt, ob die Buchungen gut laufen oder Umsatz verschenkt wird. Das macht diese KPIs zu den wichtigsten Messgrößen für eine erfolgreiche Hochsaison.
Mehr rausholen mit smarter Preisstrategie: So optimieren Sie Ihre Auslastung in der Hochsaison
Eine gezielte Preisstrategie ist in der Hochsaison oft der entscheidende Hebel, um sowohl Buchungslücken zu füllen als auch den Umsatz pro Aufenthalt zu maximieren. Dabei geht es nicht nur um den „richtigen“ Preis an sich, sondern auch um die feine Abstimmung zwischen Mindestaufenthalt, Rabatten und Flexibilität.
Ein bewährter Ansatz ist das sogenannte LOS Pricing (Length of Stay Pricing): Durch Rabatte für längere Aufenthalte werden Gäste angesprochen, die mehrere Tage bleiben – etwa Familien oder Workation-Reisende. Das senkt nicht nur den Verwaltungsaufwand durch weniger Wechsel, sondern erhöht auch die durchschnittliche Buchungsdauer, was sich positiv auf Ihre Belegungsrate auswirkt.
Gleichzeitig lohnt es sich, sogenannte „Orphan Days“, also einzelne, ungenutzte Tage zwischen zwei Buchungen, nicht ungenutzt zu lassen. Diese Tage entstehen häufig durch zu rigide Mindestaufenthaltsdauern. Wenn Sie hier kurzfristig die Mindestnächte reduzieren oder gezielte Rabatte für diese Zwischenräume anbieten, lassen sich kleine Buchungslücken effektiv schließen.

Auch die Festlegung von Basis- und Mindestpreisen verdient in der Hochsaison besondere Aufmerksamkeit. Ein zu hoher Basispreis kann dazu führen, dass der gesamte Kalender unrealistisch teuer wirkt – gerade bei dynamischer Preisgestaltung. Umgekehrt bietet ein zu enger Abstand zwischen Mindest- und Basispreis wenig Spielraum für Optimierungstools, die auf Nachfrage, Auslastung und Markttrends reagieren. Ein klar definierter Preisrahmen schafft hier mehr Flexibilität.
Nicht zuletzt sollten Sie Ihre Mindestaufenthaltsdauer an das aktuelle Buchungsverhalten in Ihrer Region anpassen. Viele Gäste suchen in der Hochsaison kurzfristig nach Kurzaufenthalten, etwa für verlängerte Wochenenden oder spontane Auszeiten. Wer nur Buchungen ab vier Nächten erlaubt, bleibt hier schnell außen vor. Last-Minute-Rabatte für kürzere Aufenthalte sind eine einfache Möglichkeit, auf diesen Trend zu reagieren – und Ihre Auslastung zu verbessern, ohne Ihre Preise dauerhaft zu senken.
Verstehen Sie, warum Gäste gerade jetzt (noch) zögern
Obwohl Suchvolumen und Buchungsanfragen im Juli und August ihren Höhepunkt erreichen, scheitern viele Unterkünfte an denselben Hürden:
- Preis-Leistungs-Erwartung – Gäste vergleichen in Sekunden, ob der gebotene Komfort zum aufgerufenen Preis passt.
- Sichtbarkeit im Ranking – Plattformen bevorzugen Inserate mit dynamischer Preisstrategie und aktuellen Bewertungen.
- Differenzierung – In beliebten Regionen gleicht ein Standard-Listing dem nächsten; echte Alleinstellungsmerkmale sind rar.
Diese drei Punkte bilden das Fundament Ihrer Optimierung: Wer diese aktiv angeht, gewinnt Reichweite, Klicks und am Ende Buchungen.
Sorgen Sie für einen unwiderstehlichen ersten Eindruck
Fotos und Titel sind Ihr digitales Schaufenster. Ein dunkles Wohnzimmer oder ein generischer Titel wie „Ferienwohnung auf Mallorca“ schenken der Konkurrenz automatisch den Vorzug.
Praxis Tipp: Setzen Sie ein Hero-Foto ein, das Emotionen auslöst – etwa den Sonnenaufgang vom Balkon oder die chillige Hängematte im Patio. Kombinieren Sie das Bild mit einem Titel, der sowohl das wichtigste Ausstattungs-Highlight als auch die Lage nennt: „Stylishe FeWo mit Meerblick & Pool, 200 m zum Strand – Süd-Mallorca“
Mit dieser Kombination kommunizieren Sie bereits drei entscheidende Kaufargumente, noch bevor der Gast die Galerie öffnet.
Dynamische Preisgestaltung statt pauschaler „Hochsaison-Aufschläge“ nutzen
Viele Vermieter schlagen ab Juni pauschal 20% auf den Grundpreis auf und lassen das Listing danach unberührt. Moderne Reisende bemerken jedoch Preis-Anomalien sofort, weil sie per App dutzende Unterkünfte in Tabs vergleichen. Daher lohnt es sich, ein Tool für dynamische Preisgestaltung zu nutzen.
Dieses Tool:
- beobachtet Angebot und Nachfrage in deiner Micro-Region,
- erhöht die Preise an besonders populären Tagen (Feiertage, Events),
- senkt sie leicht für Restlücken von ein bis zwei Nächten,
- und synchronisiert alles automatisch mit Airbnb, Booking & Co.
So erzielen Sie Höchstpreise bei hoher Nachfrage und vermeiden zugleich leerstehende Einzel-Nächte, die in der Statik alter Pauschalpläne oft unvermittelt auftreten.

Rüsten Sie die Unterkunft für Sommergäste auf
Auch wenn Ihre Ferienwohnung das ganze Jahr buchbar ist, wollen Hochsaison-Reisende ein Sommer-Erlebnis. Investieren Sie gezielt in:
- Klimatisierten Wohnkomfort: Klimaanlage oder hochwertige Ventilatoren, plus Insektenschutz für Fenster.
- Outdoor-Extras: Sonnenschirme, Strandstühle, kleine Kühlbox, ggf. SUP-Board oder Fahrräder.
- digitale „Sommer-Guide“: Eine Kurzbroschüre mit Insidertipps zu Strandbars, öffentlichen Pools, Sonnenuntergangs-Spots – als PDF-Link im Willkommens-E-Mail oder QR-Code im Apartment.
Solche Details heben Ihre Unterkunft in der Ergebnisliste hervor und führen nachweislich zu besseren Bewertungen, die wiederum Ihr Ranking pushen.
Frische Bewertungen – das Ranking-Gold der Plattformen
Airbnb listet aktive, gut bewertete Inserate höher. Wer sechs Monate lang keine neue Rezension erhält, rutscht in Suchergebnissen nach hinten – genau dort, wo die Hochsaison-Lücken entstehen. Entwickeln Sie daher einen Feedback-Flow:
- Am Abend des Check-outs sendet Ihre PMS-Software (Property Management Software) eine freundliche Nachricht:
„Danke fürs Dabeisein! Wenn dir der Aufenthalt gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung – sie hilft anderen Gästen, uns zu finden.“ - Reagieren Sie innerhalb von 24 Stunden öffentlich auf jede neue Bewertung, egal ob Lob oder konstruktive Kritik.
- Analysieren Sie wiederkehrende Gästestimmen und setze kleine Verbesserungen zeitnah um.
Aktive Reaktionszeiten sind nicht nur ein Sympathie-Signal, sondern laut Plattform-Algorithmen ein Qualitäts-Rankingkriterium.
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Vertriebskanäle diversifizieren – aber Kalender synchron halten
Viele Vermieter verlassen sich zu 100% auf Airbnb. Das bedeutet im Umkehrschluss: Fällt Ihr Airbnb-Ranking kurzfristig, sinkt Ihre Belegungsrate schlagartig. Mildern Sie dieses Risiko, indem Sie:
- Booking.com für europäische Gäste,
- FeWo-direkt/VRBO für nordamerikanische Familien und
- eine eigene Ferienwohnung Website mit direktem Zahlungs-Gateway betreiben.
Nutzen Sie eine Ferienwohnung Software mit einem Airbnb Channel Manager bzw. einen Channel Manager für Ferienwohnungen zur Echtzeit-Kalendersynchronisation – so vermeiden Sie Doppelbuchungen und müssen Preise oder Mindestaufenthalte nur an einer Stelle pflegen.
Sprechen Sie gezielt Ihre Zielgruppe an
Nicht jeder Gast sucht dasselbe Erlebnis. Statt also ein Allerwelts-Inserat zu führen, wählen Sie ein klares Profil. Beispiele:
- „Family first“ – bewerben Sie Babybett, Hochstuhl, kindersicheren Balkon und Spielzeug.
- „Workation ready“ – heben Sie 300 Mbit-WLAN, höhenverstellbaren Schreibtisch und Monitore hervor.
- „Couples retreat“ – betonen Sie Ruhe, Privatsphäre, Sunset-Terrasse, romantische Restaurants in Laufnähe.
Je spitzer Ihr Messaging, desto höher die Conversion-Rate – gerade wenn es in der Ergebnisliste von vielen ähnlichen Angeboten wimmelt.
Ihre Hochsaison kann (fast) ausgebucht sein
Die Belegungsrate erhöhen heißt nicht zwangsläufig, die Preise zu senken oder die Ausstattung zu verdoppeln. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie
- sichtbar bleiben (Fotos, Titel, frische Bewertungen),
- intelligent steuern (dynamische Preise, flexible Mindestaufenthalte) und
- gezielt Mehrwerte bieten, die Ihre Zielgruppe nirgendwo anders in dieser Kombination finden.
Mit diesen Stellschrauben wandeln Sie ungenutzte Tage in wertvolle Buchungen – und sichern sich eine nahezu lückenlose Auslastung selbst in der heiß umkämpften Hochsaison.
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