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Steuern für Airbnb’s in Österreich: Das müssen Sie zahlen
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Steuern für Airbnb’s in Österreich: Das müssen Sie zahlen

Wer Einnahmen erzielt, muss in Österreich so wie auch in Deutschland Abgaben zahlen. Das Thema Steuern ist oft nicht gerne gesehen, denn es scheint erst einmal etwas unübersichtlich. Besonders für Einnahmen im Selbstständigkeitsbereich durch das Führen eines Airbnb’s ist das Thema jedoch nicht vermeidbar. Was muss ich versteuern? Wann bin ich befreit und welche Steuern fallen an? Wir von Lodgify bringen Licht ins Dunkel.

Wir möchten jedoch noch einmal hervorheben, dass wir keine Steuerberater sind und es vor der Steuererklärung empfehlenswert ist, sich von einem Steuerberater helfen zu lassen.


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Welche Ferienwohnungsarten und Einkünfte gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Vermietungsarten und zwei verschiedenen Einkünften. Die Einkünfte der bloßen Raummiete zählen zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, während die Umsätze, die mit der Privatzimmervermietung und einem Gastgewerbe, bei welchen es extra Leistungen gibt, erzielt wurden, zu Einkünften aus einem Gewerbebetrieb zählen.

Ihr Airbnb, welches zur kurzfristigen Vermietung genutzt wird, ist höchstwahrscheinlich ein Gewerbe. Durch die Einstufung der Einkünfte als gewerblich, gibt es nun unterschiedliche steuerliche, sozialversicherungsrechtliche und beitragsrechtliche Folgen.

Muss ich mein Airbnb versteuern?

Als Faustregel kann man sagen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Sie Steuern für Ihr Airbnb abgeben müssen, wenn Sie fünfstellige Einnahmen durch Ihr(e) Airbnb(s) beziehen.

Alle Einkünfte werden hier zusammengerechnet, sollten Sie also neben Ihrem Airbnb-Business noch woanders arbeiten, muss dies berücksichtigt werden.

Bis 2022 galt 11.000€ als die Grenze für Einkommensbesteuerung, sollten die Einnahmen nur aus der Vermietung kommen. Aufgrund der starken Inflation wurde von dem Bundesministerium für Finanzen in Österreich für 2023 eine neue Grenze festgelegt, so sind nun alle die, deren Einkommen unter 11.693€ liegt von der Pflicht einer Einkommenssteuererklärung befreit und müssen somit keine Einkommenssteuer zahlen.

Wenn nicht nur eine Selbstständigkeit vorliegt, sondern mindestens einem weiteren Job nachgegangen wird, liegt diese Grenze bei 12.000€.

Hinsichtlich der Umsatzsteuer gilt die Steuerpflicht auch für Airbnb Besitzer, für diese gibt es jedoch eine extra Kleinunternehmerregelung für geringere Einnahmen. Als Kleinunternehmer zählt man mit Einkünften von weniger als 35.000€.

Wann muss ich meine Steuererklärung in Österreich abgeben?

Für die Abgabe der Steuererklärung gibt es zwei Fristen. Grundsätzlich muss die Steuererklärung bis zum 30. April des Folgejahres in Papierform abgegeben werden. Wenn Sie die Erklärung jedoch online machen und Sie elektronisch über FinanzOnline abgeben, haben Sie bis zum 30. Juni des Folgejahres Zeit.

Achten Sie unbedingt bei der Steuererklärung für Ihr Ferienwohnung-Business auf die fristgerechte Abgabe.

Welche Steuern fallen für mein Airbnb in Österreich an?

Einkommensbesteuerung

Wie bereits erwähnt, müssen zur Berechnung der Einkommensbesteuerung alle Einnahmen aus jeglichen Jobs zusammengerechnet werden. Die Einnahmen Ihres Nebenjobs sind beispielsweise genauso relevant wie die aus Ihrem Airbnb. Die Höhe des Steuersatzes steigt mit den Tarifstufen. Anbei sehen Sie die Steuersätze und Tarifstufen für 2023:

Die Kalkulation von den letztendlichen Einkommenssteuerabgaben ist etwas kompliziert. So muss jede Tarifstufe hierbei mit einkalkuliert werden bis zur Erreichung des Einkommens. Wir haben das ganze einmal mit einem Beispiel von 70.000€ zu versteuerndem Einkommen vorgerechnet.

So muss das Einkommen der jeweiligen Tarifstufen immer mit dem Steuersatz verrechnet und addiert werden. Die Tarifstufe in der sich Ihr Einkommen befindet, wird selbstverständlich nur anteilig bis zu Ihrem Einkommen verrechnet.

 

Umsatzsteuerrecht

Bei Einkünften von mehr als 35.000€ sind Sie ebenfalls verpflichtet, Umsatzsteuer zu zahlen. Hierbei gilt zu beachten, dass für Ihr Airbnb höchstwahrscheinlich der ermäßigte Steuersatz von 10% gilt. Dieser wird nämlich auf Nächtigungen für die Privatzimmervermietung und die Vermietung durch ein Gastgewerbe angewendet. Die bloße Miete von Räumlichkeiten ohne Nebenleistungen wie Reinigung o.ä. zählt hierbei nicht zum ermäßigten Steuersatz.

Weitere Regelungen und Abgaben für Ihr Airbnb

Wenn die Einkünfte gewerblich sind, Sie also extra Leistungen anbieten und zur Privatzimmervermietung oder gewerblichen Nutzung gehören, müssen sie ein paar extra Vorgaben beachten:

  • Sozialversicherungsabgaben: Auch wenn Sie ein Gewerbe haben, müssen Sie Sozialversicherungsabgaben leisten. Bei Einkünften über 6.010,92€ müssen Sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen anmelden und hier Beiträge für die Betriebliche Vorsorge zahlen.
  • Registrierkasse: Wenn Sie viele Barumsätze haben müssen Sie sich vielleicht über eine Registrierkasse Gedanken machen. Ab 15.000€ Umsatz und 7.500€ Barumsatz müssen Sie in Ihrem Unternehmen über eine Registrierkasse verfügen, über die alle Umsätze verbucht werden müssen.

Was kann ich von den Steuern für meine Ferienwohnung absetzen?

Jedoch sind die Abgaben durch Einkommens- und Umsatzsteuer nicht endgültig. Sie können immer noch Kosten und Aufwendungen abschreiben und somit absetzen.

Absetzung der Abnutzung des Airbnb’s

Für jegliche Güter gibt es einen durchschnittlichen Nutzungswert. Laptops gehen beispielsweise kaputt oder werden unbrauchbar, dadurch dass sie so alt sind, wodurch sie eine Nutzungsdauer von 3 Jahren haben. Auch Häuser besitzen solch einen Wert. Die Nutzungswerte sind in der AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzung) festgehalten.

Dadurch, dass damit gerechnet wird, dass jegliche Güter irgendwann nicht mehr nutzbar sind, macht man umgerechnet jedes Jahr einen bestimmten Verlust, dadurch dass das Produkt abnutzt/an Wert verliert. Buchhalterisch heißt das Abschreibung.

Der AfA-Wert für Gebäude, die zur Vermietung bereit stehen, liegt bei 66,67 Jahren. Umgerechnet heißt das, dass jedes Jahr das Haus durch Abnutzung 1,5% an Wert verliert.

Wenn Ihr Gebäude beispielsweise 300.000€ gekostet hat, verliert es laut der AfA-Tabelle in 2023 4.500€ an Wert durch Abnutzung.

Doch wieso ist das nun für Sie interessant? Ihr Einkommen durch das Airbnb sind Ihre Einnahmen minus Ihre Ausgaben. Sie können 4.500€ als Aufwand (Ausgabe) berechnen, wodurch sich Ihr Gewinn und somit Ihr Einkommen auf dem Blatt schmälert. Demnach müssten Sie dann also in diesem Fall 4.500€ weniger versteuern.
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Zinskosten

Das gleiche gilt für die Zinsen, die Sie auf den Kredit für Ihre Immobilie zahlen müssen. Sie können die Zinsen als Aufwand verbuchen und sich somit durch geschmälerten Gewinn Steuerausgaben sparen.

Kosten für Instandhaltung und Instandsetzung

Hiermit sind hauptsächlich Reparaturen und Renovierungen gemeint. Alle Arbeiten, die den Nutzungswert des Hauses oder der Wohnung erhöhen, können über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben werden. Man nennt diese Kosten auch Erhaltungsaufwendungen.

Werbungskosten von den Steuern absetzen

Als letztes haben wir die Werbungskosten, die jegliche Kosten beinhalten, die für die Sicherung des Gewinnes sorgen oder dafür mehr Gewinn zu erzielen. Genau wie bei den anderen Aufwendungen, können diese Kosten ebenfalls abgeschrieben werden und Sie müssen weniger versteuern.

Was muss ich beim Airbnb versteuern und was kann ich absetzen?

Grundsätzlich müssen Sie als Airbnb-Inhaber Einkommenssteuer und Umsatzsteuer zahlen. Sie können viele Kosten jedoch absetzen, indem Sie diese als Aufwendungen kennzeichnen und somit Ihr zu versteuerndes Einkommen vermindern.

Steuerregelungen können sich jederzeit ändern, demnach würden wir Ihnen empfehlen, die hier angegebenen Daten bei Ihrer Steuererklärung noch einmal beim Finanzministerium zu überprüfen und sich mit einem Steuerberater in Kontakt zu setzen.

Sollten Sie noch Fragen haben, kommentieren Sie gerne, wir versuchen diese bestens zu beantworten.


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