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Airbnb Steuern – Das sollten Sie als Gastgeber wissen
Einkommenssteuer Airbnb

Airbnb Steuern – Das sollten Sie als Gastgeber wissen

Für viele Menschen bietet Airbnb eine attraktive und einfache Möglichkeit ein Nebeneinkommen zu erzielen. Besonders praktisch ist die kurzfristige Vermietung seiner eigengenutzten Wohnung, während man selbst im Urlaub ist, oder die Vermietung seines Zweitwohnsitzes. Dabei sollte man aber unbedingt sowohl die rechtlichen als auch die steuerlichen Grundlagen beachten.

Zu den rechtlichen Grundlagen zählen zum Beispiel die notwendige Zustimmung des Eigentümers gemäß  § 540 BGB oder auch das Zweckentfremdungsverbot, das in vielen deutschen Großstädten herrscht.

Es ist aber auch sehr wichtig, dass Sie bei der Vermietung über Airbnb berücksichtigen, welche Steuern Sie zahlen müssen und wie Sie diese abführen können. Dieser Artikel soll Ihnen dabei helfen einen Überblick über das Thema zu bekommen und grundlegende Fragen zu klären.

Muss ich meine Einnahmen aus Airbnb versteuern?

Airbnb einnahmen versteuern

Viele Eigentümer sehen die gelegentliche Vermietung über Airbnb lediglich als harmloses Zusatzeinkommen an und lassen das Thema Steuern völlig außer Acht. Allerdings fällt für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung grundsätzlich die Einkommenssteuer an. Dazu gehört auch die private Vermietung über Portale wie Airbnb oder 9flats.

Grundsätzlich gilt: Nicht die Einnahmen der Vermietung werden versteuert, sondern die Gewinne. Um diese zu ermitteln, werden von den Einnahmen alle Ausgaben abgezogen, die ein Vermieter üblicherweise hat. Dies bezeichnet man auch als Werbungskosten. Hierzu zählen unter anderem:

  • Anteilige Miet- und Nebenkosten
  • Reinigungskosten
  • Anschaffungen für Gäste
  • Reparatur- und Instandhaltungskosten
  • Airbnb Gebühren

Je höher die Werbungskosten, desto geringer ist das zu versteuernde Einkommen. Es lohnt sich also diese Kosten durch die Steuererklärung abzusetzen. Diese müssen Sie auf Nachfrage des Finanzamtes aber auch nachweisen können. Heben Sie daher alle notwendigen Belege auf und begleichen Sie Rechnungen für Reinigungen und Reparaturen per Banküberweisung, statt per Barzahlung.

Aber nicht alle Airbnb-Vermieter müssen Steuern zahlen. Sie sind nur dann steuerpflichtig, wenn Ihr gesamtes zu versteuerndes Einkommen (inklusive Lohn und Mieteinnahmen) über dem Grundfreibetrag liegt. Für das Jahr 2019 entspricht dieser Betrag 9.168 Euro für Ledige und 18.336 Euro für Verheiratete.

Für Vermieter, die nur einen Teil ihrer Wohnung oder ihrer Hauses anbieten, welches sie selbst nutzen, hat das Bundes-Finanzministerium eine besondere Freigrenze festgelegt. Sie werden erst dann steuerpflichtig, wenn Sie über 520 Euro Miete im Kalenderjahr einnehmen.

Sollte das nicht auf Sie zutreffen, müssen Sie die Mieteinnahmen also nicht in der Steuererklärung angeben. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Sie auch keine Werbungskosten absetzen können.

Fällt für die Vermietung über Airbnb Umsatzsteuer an?

Die Umsatzsteuer fällt nur an, wenn die Mieterträge sehr hoch sind. Solange Ihre Einnahmen aus der Vermietung über Airbnb (und anderweitiger Geschäfte) unter 17.500 Euro im Vorjahr und 50.000 Euro im laufenden Jahr liegen, zählen Sie laut § 19 (UStG) als Kleinunternehmer. In diesem Fall sind Sie nicht umsatzsteuerpflichtig – gemeldet werden müssen die Einnahmen aber trotzdem.

Sollten Sie die Grenze überschreiten und umsatzsteuerpflichtig werden, so fällt für kurzfristige Vermietungen statt 19 %, ein ermäßigter Steuersatz von 7 % an.

Wie gebe ich die Steuern in der Steuererklärung an?

Um Ihre Gewinne aus der Vermietung richtig zu versteuern, tragen Sie alle Einkünfte und Werbungskosten in die Anlage V, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, der Steuererklärung ein.

Neben den allgemeinen Informationen, wie Adresse sowie Datum der Anschaffung oder Fertigstellung, geben Sie an, ob die Wohnung ganz oder nur teilweise vermietet wurde. Sollten Sie nur einen Teil Ihres Wohnraums an Airbnb Gäste vermietet habe, geben Sie hier außerdem an, wie viel Quadratmeter zur Verfügung gestellt oder selbst bewohnt wurden.

Was passiert, wenn ich dem Finanzamt die Steuern nicht erkläre?

Sollten Sie Ihre Mieteinnahmen nicht melden und trotz Steuerpflicht die Steuern gar nicht oder nicht rechtzeitig abführen, kann der Fiskus Ihnen schnell auf die Schliche kommen. Sie machen sich nämlich der leichtfertigen Steuerverkürzung, wenn nicht sogar der vorsätzlichen Steuerhinterziehung nach § 370 AO (Abgabenordnung) schuldig.

Es kann gegen Sie ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden, das neben einer Steuernachzahlung außerdem eine Geldstrafe mit sich bringt. In Extremfällen kann es sogar zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung kommen. Hierfür müsste der Schaden aber mindestens 50.000 Euro betragen.

Unwissenheit schützt Sie hier auch nicht vor der Strafe! Aus diesem Grund sollten Sie, falls notwendig, alte Steuererklärungen berichtigen und Ihre Mieteinkünfte nachträglich erklären. In diesem Fall müssen Sie nur eine Steuernachzahlung inklusive Verzugszinsen tätigen. Sollte das Finanzamt selbst aber bereits auf die unbezahlten Steuern aufmerksam geworden sein, ist es für eine Nachzahlung sowie für eine Selbstanzeige zu spät.

Auch eine Verjährung kann Sie nicht vor der Strafe retten. Bei Steuerhinterziehung tritt diese nämlich erst nach elf Jahren ein. Da es Airbnb erst seit 2008 gibt, ist es also unwahrscheinlich, dass jemand bereits in den Zeitraum der Verjährung fällt.

Behörden gegen Airbnb Steuerhinterziehung

Wer denkt, dass es schwierig ist die Steuerhinterziehung aufzudecken, irrt sich. Bereits im Mai 2018 haben die deutschen Finanzbehörden eine Gruppenanfrage in Irland (wo sich der Hauptsitz von Airbnb befindet) gestellt. Das bedeutet, dass sie die Namen aller deutschen Airbnb-Anbieter angefordert haben. Die genauen Folgen dieser Anfrage sind zwar nicht bekannt. Es ist aber gewiss, dass es den Behörden ohne weiteres möglich ist, zu überprüfen, welche Vermieter ihre Einnahmen nicht richtig versteuert haben.

Generell gilt für Sie: Wenn Sie unsicher sind, ob und welche Steuern Sie bei der privaten Vermietung über Airbnb erklären müssen, wenden Sie sich an einen Experten für Steuerrecht. 

Hoffentlich konnte Ihnen dieser Artikel dabei helfen, ein allgemeines Verständnis über die notwendigen Airbnb Steuern zu geben. Nutzen Sie gerne unsere Rechnungsvorlage, um einen besseren Überblick Ihrer Einnahmen zu bewahren.

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